Wettbewerb Neugestaltung Marktplatz Mönchengladbach-Rheydt
Begrenzt offener einstufiger freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb
Einstimmige Entscheidung
Vielversprechend endete am Montag nachmittag nach langen und intensiven Diskussionen die Sitzung des Preisgerichts im Rathaus Rheydt.
Das zwölf-köpfige Preisgericht unter Vorsitz des Herdecker Stadtplaners und Architekten Prof. Dr. Franz Pesch hatte die angenehme und zugleich anspruchsvolle Aufgabe, unter den 6 eingereichten Beiträgen denjenigen herauszukristallisieren, der nunmehr den weiteren Planungen zur Umgestaltung des Rheydter Marktplatzes und seines Umfeldes zu Grunde gelegt werden soll.
Die Entscheidung fiel einstimmig: als siegreich ging die Arbeit des Büros Planorama Landschaftsarchitektur aus Berlin hervor.
Beurteilung des Siegerentwurfs durch das Preisgericht
(Auszug aus dem Protokoll der Preisgerichtssitzung):
"Der Entwurf überzeugt durch einen sensiblen Umgang mit dem Stadtraum. Durch eine klare Aufteilung in „Marktterrassen“, „Marktplatz“ und „grünes Band“ erfährt der Stadtraum eine angemessene Gliederung. Diese drei Elemente werden als Intarsien in einem homogenen Stadtgrund aus Betonplatten entworfen, wodurch der Stadtraum in Gänze seine Kontinuität bewahrt und die umgebenden Straßenzüge gut angebunden werden können. Das Preisgericht bemängelt allerdings den Platz an der Kommandatur, der den genannten Dreiklang eher stört und durch seine aufwendige Gestaltung (Stauden), dem grünen Band an Wirkung nimmt und zudem die Fußgänger zu direkt an die Fassaden drängt. Auch wird vermisst, die Ladenvorzone im Norden der Hauptstraße breiter auszugestalten, den Straßenverlauf also insgesamt nach Süden zu verschieben.
Mit dem Kirschenhain auf der Marktterrasse nehmen die Verfasser die historische Bebauungskante wieder auf und geben dem Platz einen angenehmen Rahmen. Im Preisgericht wird kontrovers diskutiert, ob die Bäume nicht doch besser auf Platzniveau gesetzt werden sollten, um die Gebäudevorzone an der Westkante des Platzes nicht zu sehr einzuengen.
Die Angebote der Marktterrasse (Sitzen, Gastronomie) und die Wirkung als Platzkante werden ausdrücklich gelobt.
Der Marktplatz als „Platz in Platz“ überzeugt das Preisgericht. Die Verfasser machen durch Natursteinbelag und einen richtig gesetzten Brunnen aus dem Marktplatz eine Art „gute Stube“ der Stadt, von der zu erwarten ist, dass sie sich dauerhaft und positiv im Bewusstsein der Bürger/ Bürgerinnen verankern kann.
Wichtig für das Funktionieren des Marktplatzes ist die bauliche Fassung des grünen Bandes bzw. des Kirchenplateaus. Die Verfasser schlagen dazu eine umlaufende Fassung aus Mauern und Sichtstufen vor. Dadurch entsteht ein Stadtraum der aus sich heraus Qualität hat, der aber auch der Rahmen für eine zukünftige Bebauung zwischen Kirche und Rathaus vorgibt.
Sitzstufen zum Marktplatz schaffen eine belebte Kante zum Marktplatz. Treppen auf der Ostseite der Kirche verknüpfen Stadtfeld mit dem umgebenden Stadtraum, vermeiden also den Eindruck einer „Rückseite".
Der Bebauungsvorschlag (Bibliothek) überzeugt in der Maßstäblichkeit, wurde aber in der konkreten Ausprägung kontrovers diskutiert.
Die Verfasser bieten ein differenziertes Angebot an Mobiliar und Beleuchtung, das der Situation angemessen erscheint. Die Beleuchtung wird teilweise in die Platzkanten integriert, sodass der Stadtraum erhellt wird ohne in Konkurrenz zur Beleuchtung von Kirche und Rathaus zu treten. Insgesamt wird der Entwurf als sensible, zurückhaltende und angemessene Antwort auf die Wettbewerbsaufgabe gewertet."
Weitere Platzierungen
Auf dem zweiten Rang folgt der Beitrag des Büros Topotek 1 aus Berlin. Rang 3 erreichte die Arbeit des Büros Marcel Adam aus Potsdam.
Ausstellung der Arbeiten
Für alle Interessierten besteht die Möglichkeit, die Beiträge im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung in Augenschein zu nehmen. Die Ausstellung findet folgendermaßen statt:
25. November bis 17. Dezember 2009
Rathaus Rheydt | Foyer im Erdgeschoss
Markt 11 | 41236 Mönchengladbach / Rheydt
Montag bis Mittwoch von 8 bis 16 Uhr,
Donnerstag von 8 bis 16.30 Uhr
Freitag von 8 bis 12 Uhr
Samstag und Sonntag geschlossen





